Aktie: NIKE | ISIN: US6541061031 | Analysedatum: 06.12.2021

Vorwort zu Nike

Viele von euch können sich sicherlich an Christiano Ronaldos Forderung Wasser anstatt Coca Cola zu trinken erinnern. Diese Aktion bescherte der Coca Cola Inc. einen massiven Kurseinbruch an der Börse – dachte man. Vielmehr steckte aber die Tatsache, dass an diesem Tag die Aktie erstmals ohne das Bezugsrecht für die bevorstehende Dividende gehandelt wurde. Pro Wertpapier ging es dabei um ca. 42 Cent, die am 01. Juli 2021 ausgeschüttet wurden. So kam auch die Größenordnung von ca. 4 Mrd. € zustande. Der Brausehersteller nutzte den Kurseinbruch in Kombination mit Ronaldos Aussage marketingtechnisch sensationell gut und erzielte sogar einen gratis Werbeeffekt, weil man in aller Munde war. Ebensolcher Fußballer ist aber auch ein Hauptwerbeträger für Nike. Könnte er dennoch auch für Nike einmal zum Problem werden? Wie abhängig ist der Sportartikelhersteller von seinen Stars? Was treibt Nike im Metaverse? Diese und die Frage ob der Konzern das Zeug zum Dividenden-Aristokrat hat, werden in der nachfolgenden Analyse zum Thema gemacht.

Nike Aktie Keyfacts

Nike Aktie Fundamentaldaten

In welchem Geschäftsbereich agiert Nike?

Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich bei der Nike Inc. um einen amerikanischen Sportartikelhersteller, dessen Mittelpunkt Sportschuhe sind. Markenzeichen ist der geschwungene Haken, der so genannte „Swoosh“. Nike ist aktuell der wertvollste Sportproduzent der Welt mit einem Wert von ca. 26 Mrd. USD. Dominantestes Segment ist dabei die Sportart „Basketball“. „95% aller Basketballschuhe, die über die Ladentheke gehen, sind von Nike.“ Weltweit hat das internationale Unternehmen ca. 75.000 Mitarbeiter und steht in harter Konkurrenz zur Adidas AG. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2020 44,49 Mrd. USD. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 6,67 Mrd. USD, nach Steuern bei 5,73 Mrd. USD. Prozentual betrachtet bedeutet dies eine Steigerung von 25,24 % im Vergleich zum Vorjahr.


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Welche Chancen oder Risiken bestehen für ein derartiges Unternehmen?

Neben Sportschuhen findet man in der Produktpalette sämtliche Ausrüstungsgegenstände in nahezu allen möglichen Sportarten. Für die Kunden ist diese Diversität selbstverständlich hervorragend, man möchte ja schließlich als potentieller Hochleistungssportler auch das bestmögliche Equipment für die tägliche Joggingrunde um das Wohnviertel haben. Allerdings müssen auf Seiten des Unternehmens auch ziemlich viele Beschaffungsstrukturen permanent überprüft und optimiert werden – und hier liegt der Hund begraben: Es besteht dabei eine enorme Abhängigkeit von den Zulieferern. Das Beispiel der havarierten „Evergiven“ im Suezkanal deckte diese Schwachstelle, die man eigentlich infolge der Globalisierung gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, auf. Allein im Hafen von Los Angeles stauen sich Containerschiffe aus dem asiatischen Bereich tagelang, bevor sie be- oder entladen werden können.

Viel schwerwiegender als die Abhängigkeit von Lieferstrukturen bzw. der Logistik, ist die Abhängigkeit von den Zulieferern selbst. Nike hat eine starke Konzentration von Produktionsstätten. „#Nike, so erfuhren die Anleger, produziere etwa die Hälfte seiner Schuhe und ein Drittel der Bekleidung in Vietnam. Und damit in einem Land, in dem aufgrund der grassierenden Delta-Variante nun viele Betriebe geschlossen sind oder nur in sehr eingeschränktem Betrieb laufen. Rund 80 Prozent seiner Schuhproduktion in dem Land, räumte Friend ein, lägen derzeit brach. Bis man wieder voll produzieren könne, werde es „viele Monate“ dauern.“ https://www.welt.de/wirtschaft/article234055560/Sneaker-Produktion-Drohende-Lieferengpaesse-bei-Nike-Adidas-und-Puma.html

Hauptaugenmerk bei der Produktion lag dabei auf dem Produzenten Pou Chen mit Hauptsitz in Hongkong bzw. der Tochterfirma Yue Yuen Industrial, die für alle großen Sportmarken Schuhe fertigt. Eigentlich als Coup gedacht, um im Handelskrieg mit China Strafzölle zu umgehen, wurde diese Auslagerung aus China schnell zum Problem. „Wichtigster Ausweichhafen für Pou Chen und andere Hersteller war Vietnam. Laut Daten von Statista schnellte die Zahl der in Vietnam hergestellten Sportschuhe im vergangenen Jahrzehnt steil in die Höhe, von 347 Millionen gefertigten Paaren im Jahr 2010 auf 880 Millionen Paar vor der Pandemie“. Das flächendeckend grassierende Corona-Virus wird also erneut zu Produktionsausfällen führen.

Die Frage, die eingangs gestellt wurde, ob Fehlverhalten von Sportstars zum Problem für Nike werden könnte, erachte ich als sehr gering, weil sich so große Unternehmen sehr schnell von den Werbeträgern distanzieren und Verträge auflösen können – oder die Sache wird ausgesessen. Selbst der Sexskandal von Tiger Woods im Jahr 2009 hatte keine größeren Auswirkungen, denn da stärkte das Unternehmen dem Ausnahmegolfer demonstrativ den Rücken.

Warum könnte die Nike Inc. dennoch für Anleger interessant sein? Hierbei möchte ich mich auf nur ein Chancenfeld konzentrieren: Das Metaverse!

Unter dem Begriff „Metaverse“ versteht man einen „kollektiven virtuellen Raum, der durch die Konvergenz von virtuell erweiterter physischer Realität und physisch persistentem virtuellen Raum entsteht – einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets. Das Wort „Metaversum“ ist ein Kofferwort aus der Vorsilbe meta‑ (in der Bedeutung „jenseits“) und Universum;“ https://de.wikipedia.org/wiki/Metaversum

Das klingt sehr hochtrabend, aber ein einfaches Beispiel soll den Begriff entschlüsseln. So plant Nike beim Computerspiel „Roblox“ „ein “Nikeland”, auf dem künftig parallel zu sportlichen Großereignissen Wettkämpfe stattfinden sollen und neue Produkte präsentiert werden.“ https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/tipp-der-woche-nike-spielt-im-metaverse-mit-10771137

Das Nikeland / Metaverse. Hier bei Roblox vorgestellt. Quelle Nike

Ich kenne das Spiel ROBLOX durch meine Tochter und höre mir regelmäßig an, dass ich ihr unbedingt „Robux“ kaufen soll. Das ist das Zahlungsmittel in dieser virtuellen Welt, mit dem man besondere Accessoires und Features kaufen kann. Bei rund 43 Millionen täglichen Usern stellt dieser Markt ein großes Zukunftspotential dar. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Nutzer darauf anspringen würden, wenn z.B. Nike bei gekauften, realen Artikeln ein zusätzliches Feature für so ein Spiel durch einen Code freischalten würde, sodass man die in Wirklichkeit gekauften Sneaker auch im Spiel tragen kann. Man könnte sich also in der virtuellen Welt, dem Metaverse, seinen Avatar in Anlehnung an die Realität individuell gestalten. Facebook hat mit der Umbenennung des Konzerns in „Meta“ ebenso ein gewichtiges Statement für diese neue technologische Weiterentwicklung gesetzt, was wiederrum das Potential des „Metaverse“ unterstreicht.

Wie nachhaltig ist Nike?

Der Weltkonzern setzt beim Thema „Nachhaltigkeit“ vor allem auf die Weiterentwicklung der Materialien. Laut Nike machen die verwendeten Materialen ca. 70% der CO2-Emmissionen des Produkts aus. Eine Erneuerung ist die Nutzung von „Flyleahter“, einem Material, das zu 50% aus recycelten Lederfasern in Kombination mit synthetischen Fasern, unter Verwendung von Energie aus Wasserkraft, besteht.

Die Betriebsstätten in Nordamerika, in denen die „Nike-Air-Sohle“ produziert wird, erhalten die Energie zu 100% aus erneuerbarer Energie aus Windkraft.

Bei der Abfallvermeidung versucht Nike auch Produktionsprozesse zu optimieren, indem mehr als 90 % der Abfälle aus Materialien, die für die Air-Sohlen gebraucht werden, für neue innovative Dämpfungssysteme wiederverwendet werden. Auch recycelter Polyester reduziert nicht nur den Müll, sondern senkt auch die Emission von Treibhausgasen in diesem Bereich um 30%.

Für mich scheint es, dass Nike nicht nur aus reinen Umweltschutzgründen diese Entwicklung vorantreibt, sondern auf Dauer auch die Kostenersparnis durch Recycling im Vordergrund steht. Allein die Produktion für Kleidung benötigt extrem viel Wasser und Wärmeenergie, was in Zukunft nicht günstiger werden wird.

Es macht also sowohl für das Unternehmen als auch für die Kunden Sinn, dass Nike stark auf nachhaltige Materialien setzt. Ziel des Unternehmens ist es, die CO2-Emissionen und den Abfall langfristig auf null zu reduzieren.

Weitere Ziele findet ihr im entsprechenden Nachhaltigkeitsbericht:

https://purpose.nike.com/fy20-nike-impact-report

Entwicklung der Rendite

Nike Aktie Entwicklung Gewinn
Quelle: www.aktienfinder.net

Finanzlage des Konzerns:

Der Nettoumsatz beläuft sich im Jahr 2021 auf 44,49 Mrd. im Vergleich zu 37,42 Mrd. USD im Vorjahr. Dies stellt also ein Plus von 18,90 Prozent dar. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 2021 5,73 Mrd. USD und ist somit um ca. 125% zum Vorjahr (2,54 Mrd. USD) gestiegen.

Das Unternehmen ist finanziell stabil und wenig abhängig von externen Geldgebern, was durch die Eigenkapitalquote von 33,83% untermauert wird.

Als Dividende werden für das Jahr 2021 – 1,07 USD pro Aktie angegeben. Die Entwicklung der Dividenden für die Jahre 2022 – 2026 soll im Bereich von 1,14 USD und 2,44 USD liegen. Nike steigerte die Gewinnbeteiligung der Aktionäre zum 20. Jahr in Folge!!! Der Sportartikelhersteller hat also durchaus das Zeug zum Dividenden-Aristokraten, d.h. es wird die Dividende über 25 Jahre hinweg kontinuierlich angehoben. Sehr interessant ist auch die prognostizierte Entwicklung des Gewinns nach Steuern bis zum Jahr 2025. So wird geschätzt, dass ein Gewinn von 9,99 Mrd. erzielt werden könnte, also grob gesagt eine Verdopplung zum bisherigen Gewinn. Dieser Annahme liegt eine starke Erhöhung des Eigenkapitals zugrunde.

Bewertung

Nike Aktie fairer Wert
Quelle: www.aktienfinder.net

Ist die Aktie der Nike Inc. die Richtige für mich?

Entscheidet man sich für ein Teilhaberpapier des Konzerns mit dem „Swoosh“, so entscheidet man sich meiner Meinung nach für eine mittel- bis langfristige Investition. Kurzfristige Kursgewinne werden durch eher wahrscheinliche Kursverluste durch Corona bedingte Produktionsverzögerungen überlagert. Besonders interessant finde ich die Entwicklung, in das „Metaverse“ zu investieren, weil man das nicht mit dem klassischen Sportartikelhersteller in Verbindung bringt. Das langfristige Ziel von Nike an der Börse scheint es auch unter die Dividenden-Aristokraten zu kommen, was eben durch die besagte Entwicklung der Dividende belegt wird. Prognostizierte Gewinnsteigerungen für die nächsten Jahre, besonders zu den Jahren 2025 und 2026 können sich ebenso positiv auf die Dividende und die Kursentwicklung auswirken. Für mich ein klares „just-do-it“!

Quellen:

  • www.nike.com
  • www.aktienfinder.net
  • www.finanzen.net

Investor Relations News von Nike

Disclaimer: Der Autor hält zum Analysezeitpunkt keine Aktien dieses Unternehmens. Alle Aktienanalysen sind weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen sondern redaktioneller Text. Keine Haftung für Irrtümer sowie Richtigkeit der Angaben. Bitte informieren Sie sich vor einer Anlageentscheidung selbst !

2 Kommentare zu “Nike – Bald als Dividenden-Aristokrat im Metaverse?”
    1. Danke für den Kommentar. Bei der Kurssteigerung der Nike-Aktie kommen meiner Meinung nach zwei Aspekte zum tragen. Zum Einen ist da das Ziel, die Direktvermarktung zu steigern, was dem Unternehmen höhere Gewinne beschert, weil die Margen der Zwischenhändler bei Nike bleiben. Und die werden sicherlich nicht deshalb die etablierten Preise senken, sondern die angepeilte Gewinnverdopplung bis 2025/26 damit erzielen wollen. Der zweite Aspekt ist, dass die FED ja die Wertpapierankäufe runterfährt und die Aktienkurse künstlich nach unten korrigieren will. Das treibt viele Anleger von den spekulationsanfälligen Tech-Aktien zu den „sicheren“, stabileren Aktien mit konstanter Dividende. Ist aber meine persönliche Meinung.

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