Aktie: Deutsche Bank – ISIN: DE0005140008 – Analysedatum: 08.04.2022

Vor ein paar Tagen habe ich einen Fernsehbericht gesehen, in welchem es einmal mehr um die Inflationsrate in Deutschland ging. Der Fokus lag dabei auf der Preisentwicklung bei den Lebensmitteln, die in einigen Bereichen drastisch erhöht wurden. Im Praxischeck wurde ein Warenkorb vor und nach den angekündigten Erhöhungen gekauft, was zum Ergebnis hatte, dass der Einkauf ca. 10% teurer wurde. Lassen wir mal die Zusammensetzung der Produkte im Bezug auf die Reliabilität des Tests einmal außen vor, aber vom dem eigentlichen Ziel der Europäischen Zentralbank, die Erhöhung des Preisniveaus – also die Inflation bei ca. 2% zu halten, sind wir aktuell so weit entfernt, wie Borussia Dortmund vom Meistertitel. Rein aus der fiskalpolitischen Sicht müsste also die EZB eingreifen und den Leitzins – ähnlich wie die Federal Reserve in den USA – erhöhen. Was für die südeuropäischen EU-Staaten ein Schreckgespenst ist, wäre vor allem für die Banken ein absoluter Geldsegen. Können in diesem Fall auch die Anleger profitieren? Hier kommt die Aktie der Deutschen Bank AG ins Spiel. In der folgenden Analyse versuche ich mögliche Entwicklungen des Wertpapiers zu erläutern.

Aktienkurs der Deutschen Bank. Quelle: aktien.guide

Geschäftsmodell der Deutschen Bank AG

Die Deutsche Bank mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist ein Dienstleister im Bereich „Corporate Banking“ und „Investment Banking“. Insgesamt lässt sich die Bank in vier Segmente einteilen:

In die Bereiche „Investment Bank“ mit einem Umsatz von 9,63 Mrd. € und einem Gewinn von 3,72 Mrd. €, „Private Bank“ mit einem Umsatz von 8,23 Mrd. € und 366 Mio. € Gewinn, „Corporate Bank“ mit einem Umsatz von 5,15 Mrd. € und 1,00 Mrd. € Gewinn und zu guter Letzt in den Bereich „Asset Management“ mit 2,71 Mrd. € und 816 Mio. € Gewinn. Die größte Marge mit 38,6% weist der Bereich „Investment Bank“ auf.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Fundamentaldaten der Deutschen Bank. Quelle: Marketscreener

Anfang des Jahres 2022 beschäftigte die Deutsche Bank AG ca. 82.969 Mitarbeiter*innen.

Fundamentaldaten Deutsche Bank AG

KGV beim Kurs von 11,86€10,62
Dividendenvorschlag für 20210,20 €
Dividendenrendite2,78%
Eigenkapitalrendite LJ3,35%
Eigenkapitalquote4,51%
Harte Kernkapitalquote13,2%
*keine Haftung für Richtigkeit

Wie sind die Fundamentaldaten zu bewerten?

Das KGV von 10,62 ist wenig aussagekräftig, denn der Gewinn je Aktie schwankt bei Banken sehr stark. Im Jahr 2019 schrieb die Deutsche Bank noch Verluste (-2,71 € je Aktie), 2020 rutschte man gerade so mit 7 Cent Gewinn je Aktie in die schwarzen Zahlen und 2021 war mit 0,93 € Gewinn ein erfolgreiches Jahr für die Deutsche Bank. Etwa 38% des Umsatzes stammen aus dem Bereich Investment Banking! Also der Vermögensverwaltung für Kunden sowie dem Handel mit Wertpapieren, Börsengänge von Unternehmen sowie Fonds und ETFs.

Die Harte Kernkapitalquote, auch CET-1 genannt, von 13,2% liegt im Durschnitt und hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht verbessert oder verschlechtert. Im Vergleich: die Baader Bank besitzt eine CET1-Quote von 15,9%, die Commerzbank von 13,6%, die Schweizer Bank UBS 15%.

Ein Blick auf die Eigenkapitalquote. Hier schneidet die Deutsche Bank schlechter ab als die Mitbewerber. Die UBS hat eine EK-Quote von rund 5,81%, die Commerzbank sogar 6,31% oder beim Blick über den Atlantik z.B. die Bank of America 8,49% und JP Morgan 7,86%.

Die Kursentwicklung der Deutschen Bank

BankKurs 6 MonateKurs 1 Jahr
Deutsche Bank+0,04%+8,9%
Commerzbank+9,19%+29,58%
UBS+13,08%+14,61%
Baader Bank-14,02%-19,28%
JP Morgan-22,93%-15,39%
*keine Haftung für Richtigkeit

Rein kurstechnisch weisen die Commerzbank und die UBS hier größere Stabilität auf. Die Deutsche Bank liegt mit einem Kursplus von 8,9% auf 12-Monatssicht nur im Mittelfeld vor der Baader Bank sowie der JP Morgan Chase & Co.

Wie ist die Aktie der Deutschen Bank AG bewertet?

Zur Beurteilung der Bewertung ziehe ich wieder den 3-Jahres-Chartverlauf der Aktie hinzu. Über die letzten drei Jahre beträgt die Kurssteigerung insgesamt 57,9%. So hat sich das Papier von ca. 8,00€ auf aktuell ca. 11,58€ zum Analysezeitpunkt gesteigert.

Zu den Kurseinbrüchen ist zu sagen, dass ein markanter Absturz mit dem 1. Corona-Lockdown im März/April 2020 einherging. Der letzte heftige Kurseinbruch bezieht sich auf Anfang März 2022, als der Ukraine-Russland-Krieg begann.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
3-Jahres-Chart Deutsche Bank AG; Quelle: finanzen.net

Die beiden größten Anteilseigner bei der Deutschen Bank AG sind „BlackRock“ mit 5,23% und die „Capital Group Companies“ mit 5,20%. Die Anteilsscheine des Unternehmens sind zu 76% institutionelle Anleger, darunter auch Banken.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Grafik zur Verteilung des Grundkapitals und zur regionalen Verteilung; Quelle: Deutsche Bank AG

Bewertung der Aktie anhand der Multiples

Wie ihr schon aus unseren bisherigen Analysen wisst, gehe ich nun auf die drei Multiples ein. Das bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis der Deutschen Bank AG liegt zum 08.04.2022 bei ca. 8,24 und somit weit unter dem historischen Verhältnis von 124,71. In diesem Bereich wird die Aktie unterbewertet, also günstiger als früher gehandelt.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Bewertung des KGV zeigt deutliche Unterbewertung zum historischen Schnitt; Quelle: Aktienfinder

Ziehen wir das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis mit in die Betrachtung ein. Dieses betrug zum 07.04.2022 2,87 und war somit höher als das historische KCV der Aktie von 1,85. Hier liegt also eine Überbewertung vor, sprich die Aktie wird aktuell teurer gehandelt.

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Beim KCV liegt eine Überbewertung vor; Quelle: Aktienfinder

Um die Multiples abzuschließen, erfolgt die Bewertung nach dem Kurs-Umsatz-Verhältnis. Der Wert sollte hier möglichst gering ausfallen. Das KUV weist einen Wert in Höhe von 0,91 zum 08.04.2022 auf. Es ist zwar höher als das historische KUV, allerdings liegt es unter der magischen Grenze von 1 und kann daher doch als etwas günstiger eingestuft werden.

Deutsche Bank Aktie Aktienanalyse
Auch beim KUV liegt eine leichte Überbewertung vor; Quelle: Aktienfinder

Zusammenfassend kann man behaupten, dass die Aktie der Deutschen Bank AG im Vergleich zum Verlauf der letzten 5 Jahre als angemessen bewertet erscheint.

Wie steht es finanziell um die Deutsche Bank AG?

Die Deutsche Bank hat zum Ende des Geschäftsjahres 2021 Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 1,26 Billionen € in der Bilanz ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Reduktion der Schulden um 4 Mrd. €. Diese Höhe wirkt sich natürlich stark auf das Bankrottriskio nach dem Z-Score von Altman aus. Dieser ist mit einem Wert von 0,04 im tiefroten Bereich von „Distress„, d.h. die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz in den nächsten 2 Jahren ist nach dieser Bewertung sehr wahrscheinlich.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Bankrottrisiko nach Altman; Quelle: Traderfox

Betrachtet man hierzu auch den Piotroski F-Score, der die wirtschaftliche Gesundheit eines Unternehmens beurteilt, so wird das Insolvenzrisiko leicht abgeschwächt. Demnach weist der Score einen Wert von 4 aus insgesamt 9 aus.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Finanzielle Gesundheit nach Piotroski; Quelle: Traderfox

Man muss aber zum besseren Verständnis sagen, dass die Deutsche Bank AG als Bank die Einlagen der Kunden – unterteilt nach Laufzeit – als Verbindlichkeiten in der Bilanz ausweisen muss, weil der Bank das gegebene Kapital schließlich nicht gehört. Somit wird dies bilanztechnisch als Verbindlichkeit behandelt. Ferner holt sich natürlich die Deutsche Bank auch am Geldmarkt Kapital, um mit diesem zu „arbeiten“. Hierzu nochmal der Vermerk, dass das Hauptgeschäft im Bereich „Investment Bank“ stattfindet. Wir sollten also die Bewertungen hinsichtlich der finanziellen Situation der Deutschen Bank AG nicht zu stark in die Beurteilung einfließen lassen. Im Notfall springt der Staat zur Seite, weil die Bank eben zu wichtig im europäischen Bankensystem ist und sonst „Domino-Effekte“ bei einer Zahlungsunfähigkeit folgen würden.

Das Eigenkapital im Jahr 2021 betrug „nur“ 59,72 Mrd. € und die Eigenkapitalquote lag bei ca. 4,51%. Rein von den Zahlen her im Vergleich zur 30% Grenze katastrophal, aber im Kontext der Einlagen, die bei der Deutschen Bank hinterlegt sind, eher zweitrangig.

Überblick über Umsatz- und Gewinnprognosen

Für das Geschäftsjahr 2021 wies die Deutsche Bank AG einen Gewinn von 2,00 Mrd. € aus. Im Vergleich zu den vorangegangen Jahren mit teils horrenden Verlusten von z.B. 7,00 Mrd. € im Jahr 2015, ist dies hinsichtlich der Umstrukturierung des Unternehmens als positiv zu werten. Prozentual zum Vorjahr mit 495 Mio. € stellt das eine Steigerung um 303,44% dar. Der Gewinn von 2021 ist der höchste seit dem Jahr 2011

Hierzu ein Zitat von Christian Sewing, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank AG:

„2021 haben wir unseren Nettogewinn vervierfacht und das beste Ergebnis seit zehn Jahren erreicht. Gleichzeitig haben wir die erwarteten Kosten unserer Transformation fast vollständig hinter uns gelassen. Alle vier Geschäftsbereiche entwickeln sich wie geplant oder sogar besser, und beim Abbau von Altbeständen sind wir schneller vorangekommen als erwartet. Wir freuen uns, dass wir wieder mit der Ausschüttung von Kapital an unsere Aktionäre beginnen können, wie wir es im Sommer 2019 versprochen hatten. Die Fortschritte bei unserer Transformation und unsere Ergebnisse im Jahr 2021 sind eine gute Basis, um 2022 unser Ziel einer Eigenkapitalrendite von acht Prozent zu erreichen.“

Einem Bericht vom 10. März 2022 spricht die Deutsche Bank AG sogar davon die Rendite des Eigenkapitals auf 10% bis zum Jahr 2025 steigern zu wollen: „Erreichen will die Bank diese Ziele durch eine Kombination aus steigenden Erträgen, weiteren Effizienzmaßnahmen und eigenfinanzierten Investitionen. Bei erfolgreicher Umsetzung würde die Strategie es ermöglichen, für die Jahre 2021 bis 2025 rund 8 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten und substanziell in die vier Geschäftsbereiche der Bank zu investieren.“

Alles in allem gute Aussichten, was die Gewinnsituation der Deutschen Bank AG in den nächsten Jahren angeht, gerade in Bezug auf mögliche Leitzinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Quelle: Marketscreener

Wie entwickelt sich die Dividende der Deutschen Bank?

Die Deutsche Bank AG hat in einem Bericht angekündigt, ab dem Jahr 2022 wieder Dividende auszuzahlen. Gerechnet wird mit ca. 0,31 € pro Aktie, was einer Dividendenrendite von 2,75% entspricht. Für die Jahre 2023 bis 2025 soll die Dividende zwischen 0,42€ und 0,73€ bzw. die Dividendenrendite zwischen 3,65% und 6,42% liegen.

„Die Deutsche Bank will nach einer langen Durststrecke wieder Kapital an ihre Aktionäre ausschütten. Das Frankfurter Geldhaus kündigte am Mittwoch an, im ersten Halbjahr 2022 eigene Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen und eine Dividende von 20 Cent je Aktie für 2021 zahlen zu wollen. Insgesamt würde dies eine Ausschüttung von rund 700 Millionen Euro an die Aktionäre bedeuten.“

Die Dividendenprognose können wir also ebenso als positiv bewerten.

Deutsche Bank AG Aktie Aktienanalyse
Dividendengrafik Deutsche Bank AG; Quelle: Traderfox

Fairer Wert der Deutschen Bank AG Aktie bei ca. 39,00€

Infolge der Bewertung nach den drei Multiples kam ich zu dem Schluss, dass die Aktie der Deutschen Bank AG angemessen bewertet ist. Der faire Wert der Aktie zum 31.03.2022 liegt bei einem Wert von 38,96€. Der aktuelle Kurs von 11,58€ liegt also weit unter dem fairen Wert der Aktie, beträgt also fast nur ein Viertel. „Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Deutsche Bank von 14 auf 15 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ belassen.“ Grund für die positive Einschätzung ist die Volatilität, die im ersten Quartal 2022 an den Märkten stark zugenommen hat.

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Fairer Wert der Aktie liegt bei ca. 39€; Quelle: Aktienfinder

Operative und finanzielle Risiken der Deutschen Bank AG

Als Risiko könnte man die Geldgeschäfte mit der Ukraine nennen. Allerdings beläuft sich der Umfang lediglich auf 42 Mio. €, was – um im Sprachjargon der Deutschen Bank AG zu bleiben – wirklich „Peanuts“ sind. Das Nettokreditengagement in Russland hingegen beträgt ca. 600 Mio. €, daher werden bereits einem Bericht des Handelsblatts zufolge Rückstellungen gebildet:

„Die Deutsche Bank legt wegen des Ukrainekriegs und der Sanktionen gegen Russland weitere 100 Millionen Euro für mögliche Kreditausfälle zur Seite. Damit dürfte sich die Risikovorsorge im ersten Quartal auf 250 bis 300 Millionen Euro belaufen, sagte Finanzvorstand James von Moltke am Donnerstag bei einer Konferenz der US-Bank Morgan Stanley.“

Weitere Risiken fasst die Deutsche Bank im Geschäftsbericht 2021 hervorragend zusammen:

„Zu diesen Risiken gehören die weiterhin anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie verbunden mit
Inflationsdruck sowie industrie- und marktübergreifenden Lieferengpässe, der kontinuierliche Gegenwind durch Regulierungsreformen und/oder die Auswirkungen von Gerichts- und Regulierungsverfahren auf uns. Bestimmte geopolitische Risiken sind ebenfalls erhöht, insbesondere mit Blick auf die Militäraktion Russlands gegen die Ukraine.“

Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing sieht vor allem im drohenden Gasembargo gegenüber Russland ein großes Riskio für die europäische Wirtschaft und befürchtet sogar eine Rezession: „Eine deutliche Rezession in Deutschland wäre dann kaum zu vermeiden“, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Deutsche Bank-Chef Christian Sewing, am Montag auf einer virtuellen BdB-Veranstaltung.“

Ferner werden die verzögerten globalen Liefer- und Handelsketten infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Russland-Kriegs als Risiko im weiteren Verlauf des Berichts genannt:

„Auch die globalen Liefer- und Handelsketten werden noch einmal auf eine neue Zerreißprobe gestellt“, sagte Sewing. Er verwies auf die neuen Lockdown-Maßnahmen in China im Zuge der Corona-Pandemie. Dazu kämen weiter steigende Inflationsraten in der Euro-Zone. „Mit über sieben Prozent dürften sie in diesem Halbjahr ein Niveau erreichen, das noch vor Kurzem außerhalb unserer Vorstellungskraft lag.“ Sewing hält im Falle eines Energieembargos sogar noch höhere Raten für wahrscheinlich.“

Wo befindet sich der Burggraben der Bank?

Der Burggraben bei der Deutschen Bank AG liegt im Segment „Investment Banking“. Die bereits erwähnte Marge im Jahr 2021 von 38,6% ist sensationell. Die aktuelle Volatilität spielen den Banken im Bereich des Investments natürlich in die Karten. Auch im Vergleich zu den sehr starken amerikanischen Investmentbanken ist die Deutsche Bank AG gerüstet, wie folgendes Zitat aus dem Handelsblatt belegt:

„Lob heimst vor allem das wichtige Investmentbanking ein: „Besonders erfreulich ist, dass die Bank sich im Anleihegeschäft sogar besser als die amerikanischen Wettbewerber schlägt“, meint Fondsmanager Gärtner von Union Investment. Diesen Aspekt hoben auch viele Analysten wie etwa Kian Abouhossein von JP Morgan hervor.“


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Fazit zur Aktie der Deutschen Bank AG

Das Fazit ist etwas umfangreicher, denn Bankaktien sind sehr volatil und der Gewinn hängt stark makroökonomischen Rahmenbedingungen an.

Welches Umfeld ist ein Paradies für Banken?

  1. Ein Zinsniveau, dass der Bank laufende Einnahmen beschert in Form von Kreditzinsen. Diesem Niveau könnten wir uns aufgrund hoher Inflation nähern.
  2. Solvente Schuldner; wenig Kreditausfälle die zu Abschreibungen führen. Steigende Problemkredite (sogenannte Non Performing Loans/NPL) führen zu hohen Belastungen für die Bank. Eine Staatspleite Russlands wäre für Bankaktien ein äußerst ungünstiges Szenario.
  3. Geringe Finanzierungskosten. Banken wie z.B. Sparkassen oder Raiffeisenbanken finanzieren sich häufig über Kundeneinlagen (Sparguthaben). Großbanken wie die Deutsche Bank sind Mittler zwischen Zentralbanken und Kreditnehmern.
  4. Ein hoher Loan to Value (LTV). Dieser beschreibt bei Immobilienkrediten das Verhältnis des Kreditbetrags zum Verkehrswert. Sprich: je höher, desto besser und desto geringer das Risiko, dass die Bank bei Ausfällen drauflegt. Wir erinnern und an das Jahr 2008, als die Lehman-Pleite die Finanzmärkte erschüttert hatte, da viele Schuldner plötzlich ihre Immobilienkredite nicht mehr zahlen konnten.
  5. Im Falle der Deutschen Bank ein stabiles Marktumfeld an den Kapitalmärkten, da das Investmentbanking den Gewinn nachhaltig beeinflusst.

Somit ist das Fazit nicht ganz einfach. Stimmen die Rahmenbedingungen, so ist die Aktie der Deutschen Bank deutlich höher zu bewerten als aktuell. Das mittlere Kursziel liegt am 08.04.22 bei 13,14 Euro. Das finanzielle Risiko sieht zunächst hoch aus, betrachtet man es aber hinsichtlich der Gesamtverbindlichkeiten genauer – eigentlich sind es ja größtenteils Einlagen – ist die Gefahr einer Überschuldung bzw. einer Insolvenz nicht wirklich gegeben. Grundsätzlich ist der Bereich des „Investment Bankings“ bei der Deutschen Bank AG das Steckenpferd und gerade dort ist infolge der gestiegenen Volatilität an den Aktienmärkten viel Gewinn zu machen. Meiner Meinung nach könnte die Aktie der Deutschen Bank AG mittelfristig betrachtet ein gutes Investment sein, weil es hinsichtlich der so stark gestiegenen Inflation an der Zeit ist, die Leitzinsen zu erhöhen und so Aktivgeschäfte, also Kreditgeschäfte eine höhere Verzinsung und somit höhere Gewinne mit sich bringen. Obige Risiken sind selbstverständlich zu berücksichtigen!

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Kommentare zu “Deutsche Bank AG – Profiteur der volatilen Märkte?”
  1. Hallo Herr Birzer, danke für Ihre interessante Analyse ! Ganz meine Meinung. Daher bin ich auch schon vor einigen Wochen in die Deutsche Bank eingestiegen. Es könnten wieder Zeiten anbrechen, die wir mehr als 10 Jahre nicht mehr gesehen haben und der Wert der Aktie deutlich steigen. Banken profitieren immer, wenn die Zinsen steigen, diesen Effekt macht sich Investmentlegende Warren Buffet seit Jahrzehnten zunutze (mit Bank of America / Wells Fargo u.a.). Die Deutsche Bank war im Investment Banking immer schon gut aufgestellt und konkurrenfähig. Nun kommt noch positiv dazu, dass sie mit dem CEO H. Sewing ein Eigengewächs am Ruder haben, der die Bank seit Jahrzehnten von innen bestens kennt und daher auch ihre Stärken und Schwächen kennt; anders als die vielen Schaumschläger, die dort vorher am Ruder waren. Ich bin und bleibe optimistisch für die Aktie, auch wenn die europäische Zentralbank die Zinsen noch nicht so erhöhen wird wie die FED.

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